Anime: »Manie Manie«

Montag, 05. Oktober 2009

ManieManie
Rintaro (u.a.) – Manie Manie

Heute aus der Reihe Oldies but Goldies ein surreaslistisches Sci-Fi-Meisterwerk aus dem Jahre 1987 mit Katsuhiro Otomo und Yoshiaki Kawajiri. Eingerahmt werden die beiden Episoden in eine von Rintaro gedrehte Geschichte um ein Mädchen, das mit ihrer Katze eine Reise durch eine labyrinthisch-traumhafte Welt zu einem phantastischen Zirkus macht, der als Bühne für die anderen Kurzfilme dient. Mich hat die Episode wegen ihrer surralen Stimmung stark an Michael Endes Kurzgeschichten-Band Der Spiegel im Spiegel erinnert.

Kawajiris Geschichte um einen Fahrer bei einem futuristischen Rennen ist zwar einigermaßen abgedreht und zelebriert die langsame Zerstörung des Rennfahrzeugs bis zur Explosion in feinstem animierten Slow-Motion aber die Geschichte bleibt sehr simpel und irgendwie auch sehr testosteronstrotzend.

Otomos Episode steht ganz in Stanislaw-Lemscher Tradition des Science Fiction, die der Welt einen Spiegel vorhält: Ein Mitarbeiter einer Baufirma (der, wenn er nicht in einem japanischen Zeichentrickfilm vorkommen würde, Entrüstungsstürme wegen seines rassistisch-klischeehaften asiatischen Aussehens hervorrufen würde) reist in den Dschungel, wo ein riesiger Gebäudeomplex nur von Robotern gebaut wird, die weder verstehen wollen, daß das Vorhaben aufgeben werden soll noch, daß die Konstruktion im Sumpf versinkt.

Insgesamt ein schöner Trip zurück zu den Achtziger-Animes, wenn der auch als Neo Tokyo bekannte Film natürlich nicht an Akira oder Tenshi no Tamago heranreicht.

Zitat des Tages

Montag, 05. Oktober 2009

»It’s the system, stupid!«

Peter Zudeick (u.a. satirischer Wochenrückblick in div. öffentlich-rechtlichen Radios), zu der Sonntaz-Frage, ob schwarz-gelb die sozialen Bewegungen aufrütteln würde. Zudeick steht zwar auf der »Nein«-Seite und meint, daß die Krise so oder so mit unserem Geld bezahlt wird, egal wer in der Regierung oder der Opposition sitzt, hofft aber gleichzeitig, daß sich die vielen kleinen Organisationen verbinden würden, um den Widerstand zu organisieren.

Deutschland, halt's Maul.

Dienstag, 29. September 2009

Das war ein schwarzer Sonntag. Genau wie nach der Europawahl will es absolut nicht in meinen Kopf, warum Deutschland in einer WitzWirtschaftskrise eine konservativ-liberale Regierung haben will. Und was es mir sagen will, ist mir ebenfalls schleierhaft. »Wir haben so viel Angst vor Zukunft und Veränderung, daß wir lieber auf einem maroden System beharren als die notwendigen Änderungen anzugehen, weil diese (noch mehr) Risiken bergen«? Eine wie immer mehr als kurzsichtige Einstellung.

René hat’s mal wieder geschafft meine konfusen Befürchtungen in Worte zu fassen. Goodbye, Atomausstieg, Wind- und Solarkraft, Elektroauto, Grundeinkommen, Kulturflatrate, da sind sogar die allerkleinsten Schritte hin erstmal um ein paar Jahre vertagt. Auf Wiedersehen auch zu sinnvollen Maßnahmen gegen Amoklauf und für Schul- und Hochschulreformen, Creative Commons im Wissenschaftsbereich und einem Haufem mehr über den ich jetzt garnicht nachdenken will.

Hallo, ungebremster Finanz- und Börsenwahnsinn, Kohlekraftwerke, Überwachung an allen Orten und Nicht-Orten (a.k.a. Internetz), größer werdende Schere zwischen Arm und Reich, Einschränkungen im Kündigungsschutz, usw. usf. Viel Spaß mit gestrigen Diskussionen über das Copyright á la Heidelberger Apell und diversem Schwachsinn mehr.

Fuck you, Deutschland.

HipHop

Donnerstag, 24. September 2009

Nach Marius Number 1 auf NDR, ein bischen Beginnern, den alten Sachen von Curse und und Blauer Samt von Torch und natürlich dem unvergesslichen DoppelkopfVon Abseits hat sich bei mir HipHop-mäßig eigentlich nicht mehr viel getan. Manchmal gibt’s dann wieder schöne Sachen, wie form oder der Track unten von Albino. Aber außer dem Stück konnt ich da erstmal nichts so viel finden, wobei bei kurzem Drüberfliegen sowohl Albino als auch Chaoze One einigermaßen politisch und engagiert wirken.

Albino & Chaoze One – »Briefwechsel«:

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Ach klar, in Istanbul und danach hab ich noch viel Sagopa Kajmer gehört, auch wenn wir nie ein Konzert gefunden haben.

OSX Finder Thumbnails

Donnerstag, 24. September 2009

Ein Ding, was mich so unendlich nervt bei Mac OSX ist, daß standardmäßig im Gegensatz zu Windoof von Bildern in der Symbolansicht keine Thumbnails generiert werden. Warum das so ist, möchte ich gern mal wissen. Das kranke ist, daß man eigentlich kein Thumbnail-Programm wie CocoThumbX braucht, um welche zu erstellen*, sondern die Vorschaubilder aktiviert werden können, indem man alle Bilder markiert, Apfel-J drückt und das entsprechende Häkchen anhakt. Danke, OSX-Daily.

Oh, ich seh grad, CocoThumbX hat auch den Vorteil (neben Thumbnails für Filme und Dokumente), daß es auch eine Miniminimini-Vorschau für die Listen- Spaltenansicht macht, das kann OSX anscheinend nicht. Andererseits: wer will seine neuen Photos immer erst in ein Programm werfen, um sich mal kurz einen Überblick zu beschaffen? Wird echt Zeit für Leopard und einen sinnvollen Image-Browser.

*Das Programm aber doch seine Daseinsberechtigung hat, weil man die Thumbnails wohl auch als Dateien abspeichern(?) – aber die Größe nicht einstellen – kann.

❤ Intro

Mittwoch, 23. September 2009

Ich wollte mich an dieser Stelle eigentlich drüber aufregen wie schlimm das am wenigsten beschissene braunschweiger Stadtmagazin, das Subway, ist, vor allem nach dem Verlust von Hartmut el Kurdi als Mann der letzten Seite (ich hab mich da schonmal drüber ausgelassen). Im Grunde wär’ das nach einigem Nachdenken aber nicht anders als der unsägliche Kolumnist, der el Kurdis Nachvolge in keinster Weise gerecht wird und sich in der neusten Ausgabe über die Inhaltslosigkeit von Wahlplakaten ausläßt, ohne zu bedenken das Wahlplakate – um es philosophisch auszudrücken – vom Ding her inhaltslos sind (die Inhalte einer Partei in einen Satz mir max. vier Wörtern zu quetschen führt zwangläufig zu Phrasendrescherei).* Vom Ding her sind Provinzmagazine aber auch scheiße, insofern will ich das jetzt nicht vertiefen.

Von meinem – neben der abgedrehten Vice und dem Carhart-Hausmagazin Rugged, die beide hier in der Provinz schwer zu fassen sind – Lieblings-Umsonstmagazin Intro gibt es nämlich witziges zu berichten: Beim Herumlesen in #175 stieß ich auf eine Anzeige von der VW-Soundfoundation (da sind wir dann wieder im Dunstkreis Brauschschweig/WOB) wo es um den »ebenso jungen wie talentierten« Rapper F.R. aus, genau, Braunschweig geht, der bei einer Tribute-CD für die Fantastischen Vier mitgewirkt hat. Schön für ihn, aber jemand, der sich nicht zu scheiße dafür ist mit einem Nike-T-Shirt auf einem Photo aufzutauchen, kann mir sowieso gestohlen bleiben.

Das ausufernde Geschwafel der Anzeige liest sich in etwa so:

»Das weiß auch F.R.s Mangement[WTF???]: ›F.R. freut sich sich sehr, den Fantas die Ehre zu erweisen zu dürfen, denn immerhin ist die Band ein Jahr älter als er selbst.‹ Auch die Gästeliste des Albums sei sehr imposant […]«

Soweit, so ekelhaft. Wenn man aber eine Seite weiter nach vorne blättert wird es richtig witzig: hier regt sich Marco Fuchs in der negativsten Weise über die Tribute CD auf, die ich jemals in einer Plattenreview gelesen habe:

»Zum zwanzigjährigen Jubiläum der Herren Smudo & Co. erscheint eine “Hommage” an Fanta 4, die in ihrer Künstlerauswahl und Qualität der nachgespielten Songs eine neue Dimension des Schwachsinns einläutet, die man in dieser Art und Weise für nicht möglich gehalten hätte.«

Die Schmähschrift mündet dann in Folgendem:

»Ein schockierendes Dokument absoluter Irrelevanz, dem Mario Barth in der ihm so eigenen unsympathischen Weise noch das Sahnehäubchen aufsetzt. 36 Songs, die einem mit ostentativer Grausamkeit Lebenszeit entziehen, dass einem die Luft wegbleibt. Wer nach 25 Jahren Musikhören glaubt, er habe schon ins Auge der Belanglosigkeit geblickt, wird hier eines Besseren belehrt. Unglaublich, wahrlich unglaublich.«

Wunderschön, wahrlich wunderschön!

*Ich hab mich ja auch schon über Wahlplakate aufgeregt, hoffe aber, daß das aus meiner Design-Sicht wenigstens ein bischen sinnvoll war.

Come on, sucker,

Mittwoch, 16. September 2009

lick my battery!

Ganz selten findet man dann sogar in Provinzstadt BS-Town Street-Art, die einfach nur wahnsinnig ist. Ich könnt mich stundenlang freuen über diesen sexuell konnotierten Schwachsinn. Geil!

LickMyBattery

Happy B-day, B!

Mittwoch, 16. September 2009

So, hier jetzt mal endlich wieder was eigenes, ein kleines Geburtstagsbildchen für Basti.

HappyBirthdayB2009

Zitat des Tages

Dienstag, 15. September 2009

Heute aus der Schlaumeier-Ecke:

»Gebildet ist, wer weiß, wo er findet, was er nicht weiß.«

– Georg Simmel

Joah, … in diesem Fall ist das ja wohl Wikipedia, ne?

Animation: »The Cat Piano«

Mittwoch, 09. September 2009

In der Affenheimtheater-Blogroll gibt es einen Link zu einem sehr feinen, französischen Mag names Catsuka (erinnert vom Stil her ein bischen an das ebenfalls sehr gute Comic-/BD-Magazin Wartmag), dort habe ich diesen wundervollen Kurzfilm The Cat Piano entdeckt, der – weil es halt Katzencontent ist – jetzt hier gepostet werden will:

The Cat Piano from PRA on Vimeo.

Erinnert im ersten Augenblick – klar, bei Katzen und Animation – ein bischen an die Verfilmung von Filidae, die ich immer noch nicht gesehen habe, wohl auch, weil ich, als ich das Buch von Akif Pirinçci dann vor einiger Zeit gelesen hatte, nur so mäßig begeistert war.

Der Kurzfilm, technisch brilliant, in einfachen, stimmungsvollen Farben gehalten, mit flüssigen Animationen und liebevollen Hintergründen, spinnt seine, in einer Katzenwelt der 30er Jahre spielende, Film-Noir-Handlung (erzählt von der Stimme von Nick Cave!) um eine Maschine, die es wirklich gegeben haben soll, das so genannte Katzenklavier.