Animation: Studio AKAs Winter Olympic Spot

Dienstag, 02. Februar 2010

Spreeblick hat eine Gegenüberstellung der Promo-Clips zur Winterolympiade in Vancouver 2010. Wer die wohl gewinnt (wir erinnern uns noch an den Beijing-Clip von Jamie Tank Girl Hewlet?) … Der Clip von der BBC wurde von Studio AKA gemacht (Jojo in the Stars, Pica-Towers etc.) und hat State of the Art-CGI im Zeichentrickstil zu bieten, das erinnert ein bischen an Brendan & the Secret of Kells, Mononoke hime (die Maske) etc. Den Clip von der ARD muss man sich wahrscheinlich nicht anschauen … Nein, muss man nicht.

Hier gibt’s ein paar Hintergründe zum Clip von Studio AKA (ja, die haben sich ein paar Gedanken gemacht und nicht nur ARD-mässig den üblichen Werbeagentur-Scheiß (inkl. Quoten-Ausländern) abgedreht):

Krieg & Comic

Montag, 01. Februar 2010

Da geht was. Auf Arte gab es gerade eine (mal wieder) sehr gute Sendung zum Thema Kriegsberichterstattung per Comic. Mit dabei mir schon bekannte Größen wie Art Spiegelman (Maus, In the Shadow of No Towers), Marjane Satrapi (Persepolis) und Joe Kubert (Fax aus Sarajevo) aber auch mir unbekannte Autoren wie Joe Sacco.

Das ist bedrückend, grausam und inspirierend zugleich.

Hier noch ein Bericht (wieder vom SF) über einen der Comics, die ich am spannendsten fand*: Emmanuel Guibert erzählt in Der Fotograph die Geschichte seines verstorbenen Freundes Didier Lefèvre, der im Auftrag von Ärzte ohne Grenzen als Photograph 1986 in Afghanistan unterwegs war:

Kulturplatz vom 30.07.2008

*auch wegen der guten Photos. Ein anderer Comic, den ich nochmal recherchieren will, ist wohl Baghdad Journal von Steve Mumford.

Songbird Icon fail

Sonntag, 31. Januar 2010

Ich bin ja mehr als zufrieden mit dem gelben Songbird-Icon und finde nicht unbedingt, daß ein Vogel mit Kopfhörer sinnvoller ist, weil man dann sofort schnallt, daß es sich um einen Medienplayer handelt.

Hier jetzt ein kleines Ratespiel, welches wohl 1. das beste Icon und welches 2. das aktuelle Songbird-Icon ist:

1. Für mich ist das goldene Icon nach wie vor das beste, finde das mittlere aber auch okay*, ich mag den pupsenden Songbirdvogel, finde aber nicht, daß er wirklich als Icon funktioniert.

Aber das rechts? WTF? Das wirkt, als ob jemand grad die Verlaufsfunktion gefunden hat und jetzt auf Apple macht. Das geht garnicht. Und ist (2.) das aktuelle Icon. Der Standard-Skin/Feather der neuen Version ist übrigens ähnlich eklig wie das Logo, ich hoffe nicht, daß Violet eine Trendfarbe wird. Das läßt sich ja aber leicht ändern und unter OSX ist ja auch das Ersetzen von Icons kein Problem, weswegen ich mich mit diesem Machwerk nicht quälen muss.

*Diese wirklich sweeten Illustrationen sind einer der Gründe, warum ich damals überhaupt auf SB gekommen bin.

UPDATE: Wer wie ich eine alte Songbird-Version braucht um das gute Logo da rauszukopieren, hier gibt es einige alte Builds.

Dylan Dog wird verfilmt

Mittwoch, 27. Januar 2010

Ich bin ja großer Dylan Dog-Fan, bin mir aber nicht so wirklich sicher ob ich das toll finden soll: der Film wird Dead of the Night heißen, die Schauspieler, Drehbuchschreiber und der Regisseur sagen mir erstmal nichts. Bis es soweit ist, kann man sich erstmal mit der anderen quasi-Dylan Dog-Verfilmung Dellamorte Dellamore (Englischer Titel Cemetery Man! Yay!) begnügen, der auf einem Roman des Dylan Dog-Erfinders Tiziano Sclavi beruht und dessen Hauptrolle Rupert Everett, das Vorbild für das visuelle Erscheinungsbild Dylan Dogs, spielt. Den guten Trailer von Youtube kann man nicht einbinden und bei dem hier hat mal wieder jemand des Seitenverhältnis versaut.* Deswegen wird hier jetzt aus Protest den Trailer von City of the Living Dead eingebunden, den uns Imdb über die Leute, die in diesem Film mitgespielt haben, spielten auch in diesem Film mit-Funktion beschert hat. Classic!

*Aber bei 0:12 gibt’s eine wunderschöne Hommage an Böcklins Totensinsel!

Gute Sendung, schlechte Sendung

Dienstag, 26. Januar 2010

In den letzten Tagen bescherte mir das, von mir aus gutem Grund sehr vernachlässigte, Medium Fernsehen zwei Sendungen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Zum einen an einigermaßen prominenter Stelle (am 20.1. um 23:40 auf ARD) die Sendung Geld für alle!*. Ein Freund macht grade einen Clip zum Thema Grundeinkommen und hatte vorgeschlagen, das Programm in geselliger Runde anzuschauen, wie wir es auch schon mit dem Grundeinkommensfilm gemacht hatten (allerdings nicht im Fernsehen).

Was die ARD sich hier erlaubt, ist ein mehr als peinliches, oberflächliches Zusammengestückel von angerissenen Theorien zum Thema Alternativen zur derzeitigen Finanzpolitik (Grundeinkommen, islamische Banken, lokale Währungen …). Das Ganze ist in einer Weise aufbereitet, wie man es eigentlich nur vom niveaulosesten Privatfernsehen kennt, da werden zwei eklige Moderatoren durch die Welt kutschiert, die abgrundtief peinliche Fake-Telephonate führen, um eine redunante Zusammenfasseung der letzten drei Minuten zu machen, damit auch der dümmste Zuschauer die nicht grade in die Tiefe gehenden Themen versteht, Interviews so geschnitten/gefilmt, daß es so aussieht, als würde der Moderator auf deutsch fragen und der Interviewte z. B. auf spanisch antworten** und ähnlicher Bullshit mehr.

Ich kann es im Grunde immer noch nicht fassen, daß die ARD so eine Scheiße sendet.

Zum anderen gab es eine Sendung der Reihe Sternstunden der Philosophie des SF mit dem Titel Alles ist durchleuchtet (kann man unten oder hier Online anschauen). Meine Lieblinge Ilija Trojanow und Juli Zeh äußern sich nochmal in bekannt kluger Weise zu Demokratie, Angstmache, Überwachungswahn etc.

Sternstunde Philosophie vom 17.01.2010

* Daß auch der Link nicht funktioniert (zumindest zum Zeitpunkt des Schreibens) ist bezeichnend für die Sendung. EDIT: Cool, sie haben den Link in Ordnung gebracht. Jetzt kann man eine Zusammenfassung lesen, die ca. so scheiße ist wie die Sendung.
** Das ist einfach nur lächerlich. Unglaublich.

Zitat des Tages

Freitag, 15. Januar 2010

»I am so beastly tired of mankind and the world that nothing can interest me unless it contains a couple of murders on each page or deals with the horrors unnameable and unaccountable that leer down from the external universes.«

– H. P. Lovecraft

Zitiert nach einem Artikel (einem Ausschnitt aus dem Buch HP Lovecraft: Against the World, Against Life) im Gurardian von Michel Houellebecq, der mit der These beginnt, daß künstlerischer Antrieb immer etwas damit zu tun habe, daß man ein bischen angepisst von der Welt ist. Sie ist einem nicht genug, deswegen will man etwas (er)schaffen.

Sweet.

Gemeinfrei 2010

Dienstag, 05. Januar 2010

Nachdem ja 2009 Popeye schon den Klauen des Copyright entflohen ist, gibt es 2010 eine ganze Reihe von Künstlern, deren Werke nun frei verwendet werden dürfen. Dazu gehören neben William Butler Yeats und Sigmund Freud auch die Illustratoren Alfons Maria Mucha (ja, der ist fast so ein Studenten-WG-Klischee wie Klimt und La Chat Noir) und Arthur Rackham. Telepolis hat einen ausführlichen Artikel mit diversen anderen Schmankerln.

Hier noch eine einigermaßen abgefahrene Illustration von Herrn Rackham, ein von mir sehr geschätzter Feen-Maler ist, der aber dann auch ab und zu immer wieder kranken Kram gemacht hat:

Bild hier geklaut mehr gibt’s hier.

Stephen Fry

Dienstag, 05. Januar 2010

Irgendwie werd ich immer mehr zum Stephen Fry-Fanboy, nach seinem sympathischen Engagement für GNU hab ich letztens über Fefes Blog ein Video gefunden, wo er sich intelligente Gedanken zu Religion und Philosophie macht:

Genau wie Neil Gaiman hat auch er einen Twitter-Account.

Hellboy. The real stuff. Und die Scheiß-Nazis

Dienstag, 29. Dezember 2009

Boah, ich hab’s echt nochmal versucht. Aber es geht einfach nicht. Hellboy Animated ist einfach zu scheiße zum angucken. Außerdem geht mir die ganze Zeit der Pilot von The Amazing Screw-On Head nicht aus dem Kopf. Wie unendlich besser das war. Und was wollen die Amis. Diesen Dreck. I could vomit on the floor.

Und den Versuch, der Realverfilmung zweiter Teil nochmal zu schauen, hatte ich vor einer Woche auch sehr schnell wieder aufgegeben. Das ist ja auch echt schlimm. Grund für diese Ersatzhandlungen war, daß ich die Wartezeit auf die Bände 1-7 von Hellboy irgendwie rumkriegen musste, die ich bei eBay ergattert hatte. Im Original, dh. mit Hakenkreuzen* und in Farbe. Und obwohl ich immer noch nicht überzeugt bin vom Hardcover (und den Preis und die Verkleinerung des Formats für eine Frechheit halte), haben die schwarz-weißen deutschen Ausgaben Von CrossCult auch ihren Reiz. Was natürlich an Mignolas Stil liegt, der einfach dafür gemacht ist, auch ohne Farbe total geil oder sogar noch besser auszusehen. Die TPBs sind super, ich bin jetzt nicht so Fan von diesen Nazi-Episoden (einfach, weil ich’s langweilig finde) aber wie Mignola diverse Mythen (griechische, nordische, russische) miteinander verwebt ist der Hammer. Kein Wunder, daß er seit einiger Zeit nicht mehr selbst zeichnet, sondern sich anscheinend ganz auf’s Schreiben verlegt hat. Und im Gegensatz zu den Filmen funktioniert das als Comic auch alles total gut, die krassen Übertreibungen und Klischees, die die Filme zu den üblichen schlechten Superhelden-Verfilmungen degradieren, bekommen durch Mignolas graphisch brilliante Zeichnungen eine Legitimation, die ihnen wohl keiner abstreiten kann. Das kann man schon wunderbar an Hellboy selbst sehen, während er in den Filmen als merkwürdiges rotes Plastikmonster (irgendwie eine lebendige He-Man-Puppy) durch die Gegend watschelt passt er durch die Abstraktion im Comic sehr gut zu dem ganzen anderen Wahnsinn.

Band 8 der Serie enthält übrigens die von Duncan Enigma Fegredo gezeichnete Story Darkness Calls. Endlich mal jemand, der sich mit Hellboy beschäftigt und dabei mindestens genauso geil abstyled wie Mignola. Der kann übrigens, glaube ich, auch ein bischen besser Frauen zeichnen als Mignola – das ist so das einzige, was er nicht so gut kann.

* Ich bin mir da unsicher: einerseits ist es einfach mal Zensur die Hakenkreuze aus Hellboy zu auf die Spitze gestellten Fenstern zu machen und irgendwie armselig, wenn ein Land es nötig hat, Dinge zu zensieren. Andererseits hab ich schon genügend Idioten auf DeviantArt oder sonstwo gesehen, die allen Ernstes (oder auch nicht?) fucking Furries mit Hakenkreuzarmbinde zeichnen. Wtf. Und da ist Mignola unter Umständen nicht ganz unschuldig dran. Daß das Hakenkreuz zu einem ästhetischen Symbol verkommt (wie das Pali-Tuch zu einem modischen), ist irgendwie eine kranke Sache (ich gehe mal davon aus, daß die Furry-Lovers keine Nazis sondern nur Idioten waren). Genau wie Runen und der gesamten nordischen Wikingerkultur wünsche ich mir zwar, daß manche Sachen wieder von dem Schmutz befreit werden, mit dem die Scheiß-Nazis sie besudelt haben, aber bei einem Symbol wie dem Hakenkreuz, was so essentiell mit den NS-Zeit in Verbindung gebracht wird, ist so eine Entwicklung wohl mehr als unwahrscheinlich. Und es gibt weiß Gott genügend andere coole Symbole.

»Zeitgeist Addendum«

Dienstag, 29. Dezember 2009

Juhu, Verschwörungstheorie. Ich hatte mich, als ich den ersten Teil gesehen hatte, nicht dazu geäußert, weil der Film mich zwar bewegt hatte – in positiver und negativer Hinsicht – ich ihn aber insgesamt so schlecht fand, daß ich mir das ersparen wollte.

Der zweite Teil krankt an ähnlichen Fehlern wie der erste, der Bildschirm bleibt diesmal nicht über lange Strecken sondern immer wieder kurz schwarz, ohne daß man einen Grund dafür erkennen könnte. Auch ansonsten ist das von der Aufmachung leider sehr wie dieser sehr gut gemeinte aber handwerklich nicht so gekonnte Film übers Grundeinkommen. Und obwohl ich zugebe, daß es ein komplexes Thema ist, weiß ich nicht, ob es vielleicht nicht sinnvoller gewesen wäre, daß Ganze – genau wie den Grundeinkommensfilm – etwas kürzer zu gestalten (vor allem Anfang und Ende könnte man gut kürzen). Das Medium Film eignet sich so oder so nicht für wissenschaftlich-wasserdichte Theorien und Erklärungen sondern kann immer nur Anreiz sein, sich mit etwas eingehender (textlich) zu beschäftigen. Und zwei Stunden sind für einen Denkanstoß schon hart.

Inhaltlich geht es um das übliche, zugegeben mehr als schreckliche Genudel, wir sind alle Sklaven von den Banken und internationalen Konzernen, daß wissen wir ja und das es solche Filme gibt bedeutet auch, daß es nicht tragisch ist, wenn es alle wissen, weil man schlecht was dran ändern kann. Als Lösung wird diesmal (im ersten Teil kam da ja nur so spiritueller Blödsinn) ein utupisches Projekt namens Venus angeboten (warum das so heißt ist mir nicht klar). Und – oh Freude – zum Schluß wurden sogar Tips zur Weltvebesserung für den Heimgebrauch gegeben, ein Manko, den nicht nur der erste Teil sondern fast alle Filme dieser Art haben: okay, das System ist scheiße, check, aber was sollen wir machen? Neu sind die Lösungen natürlich ebensowenig wie das Problem: meide die bösen Konzerne, investiere in zukunftsweisende Technologien, engagiere dich (aber nicht politisch! Das ist bäh!) etc. Find ich gut, daß das im Film angemerkt wird. Im Michael Moore-LandWelt kann man sowas nicht oft genug sagen.