Monthly Archives: April 2009

Die Zeit auf Abwegen

Wow, ich bin grad über Titanic auf diesen Artikel in der Zeit gestoßen, in dem sich Susanne Gaschke (in einem für die Zeit erschreckend boulevardesquen Stil) über den Untergang der Kultur durch Pirate Bay auslässt. Wie immer in letzter Zeit werden Per Olov Enquist, der neben Henning Mankell einer der populären Gesichter der Anti-Pirate-Bay Bewegung in Schweden ist und sich letztens in der SZ über die angeblich/anscheinend durch Produktpiraterie enstanden Einbußen beim Hörbuch-Geschäft beklagte, und J. K. Rowling als Beispiele ihrer bedrohten Art angeführt.

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Ein Tuch vor das Bild hängen

Vor ein paar Tagen kam im Verteiler der Piratenpartei-SH ein Link zu diesem Zeit-Interview mit einem Missbrauchsopfer, das sich (ebenfalls) gegen die von Frau von der Leyen angestrebte KiPo-Seitensperrung a.k.a. Internetzensur ausspricht. Das Interview ist erschreckend zu lesen, auch weil das scheinbare Verhalten der verantwortlichen Stellen genauso inkompetent wirkt wie das der Behörden nach den vergangenen Amokläufen. Wie immer werden hier Auswirkungen und nicht Ursachen bekämpft, man beschränkt sich wieder medienwirksam darauf, der Hydra ein paar Köpfe abzuschlagen anstatt das Problem an sich zu bekämpfen.

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Sonderzeichen unter Windows leicht gemacht

Windows ist als Betriebsystem ja neben Apple (Designfutzies, also ich) und Linux (Nerds, also ich) das System für Onkel Otto von der Tankstelle (also nicht ich). Daß der, wenn er mit Word einen Text in Comic-Sans schreibt, nicht grade viel Wert auf typographische Feinheiten legt ist leicht nachzuvollziehen. Deswegen hat Bill damals im Gegensatz zu Steve auch gesagt: »Französische Anführungszeichen? So’n Quatsch brauchen wir nicht.« Was seitdem die typographisch etwas versierteren PC-User dazu bringt sich völlig wahnsinnige Codes zu merken, á la alt + 0150 für den Gedankenstrich.

Ich hatte da noch nie Bock zu und hab mir vor ca. einem Jahr, als ich wieder auf Windoof umstieg, ein kleines Programm aus dem Lifehacker-Umkreis (glaub ich) besorgt, daß völlig wahnsinnige Hotkey-Aktionen ermöglicht, die bei mir nicht funktionieren und die ich nicht verstehe. Das Juwel heißt AutoHotkey und PC-typisch macht die Syntax auf mich erstmal nicht viel Sinn (s.u.) aber ich habe mir ein kleines Skript gebastelt, daß mir meine typographischen Sonderzeichenwünsche stark vereinfacht. Für das öffnende französische Anführungszeichen muss ich jetzt nurnoch zweimal >> eintippen und schon hab ich das feinste ». Wunderschön.

Das Skript sieht folgendermaßen aus (falls irgendwer Interesse hat):

:*:>>::»
:*:<<::«
:*:…::…
:*:–::–
:*:-.-::—
:*:,,::„
:*:“::“
:*:iii::|
:*:jblog::http://jfml.0fees.net

Wie man erkennen kann, funktioniert das natürlich auch mit Wörtern und Sätzen, sehr praktisch für Programmierer und Formulareingaben. Danke, AutoHotkey.

Candidate for Worst Movie of all Times: Narnia 1

I watched the first part of the Narnia-chronicles mainly because I heard about the rumours that it is used by fundamental christians as propaganda (Philip Pullman’s ingenious »Dark Materials«-series is viewed as the counterpart to this). So I might have been slightly preoccupied when watching the movie but I just can’t help it: this was one of the worst things I have ever seen. I know it may be a little unfair to compare it with Lord of the Rings because Narnias target audience is much younger, but on the other hand this being a children-movie is no accuse for doing almost everything wrong that you can do wrong in a movie. What that would be can be read after the break.

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jfml | film, in english | | Kommentare geschlossen | Tuesday, April 28th, 2009

Jon Klassen – Coraline etc.

Jon Klassen - Coraline
Jon Klassen – Coraline

Ich hab’s mir ja eigentlich grad so ein bischen zum Konzept gemacht nur noch Dinge von ausserhalb der Blogsphere zu posten aber Jon Klassens Artwork zu Coraline (von dem ich, ähnlich wie es bei Corpse Bride war, befürchte, daß mir das alles zu glatt und zu perfekt sein wird) ist einfach zu wunderschön, um nicht drüber zu schreiben, auch wenn ich über Drawn! drauf gestossen bin. Ich bin total überwältigt von den Farben und dem Umgang mit Perspektive/Räumlichkeit, auch sein Strich und der Einsatz von Texturen gefällt mir sehr gut.

Auf seiner Website Burst of Beaden gibt’s auch noch einen Haufen anderer wundevoller Dinge (auch in 3D) zu entdecken, unter anderem eine freie Arbeit zu Cormac McCarthy’s The Road.

Pictopia im Haus der Kulturen der Welt

Boris Hoppek – Negritos

Ich war ja am Wochenende wieder mal in der einzigen coolen Stadt Deutschlands (Bibaberlin) und hab, neben einer ganz feinen Ausstellung zu Annie Leibovitz im c/o (wobei mir das Gebäude fast genausogut gefallen hat wie die Ausstellung), auch die diesjährige Edition der Pictoplasma-Reihe gesehen. War ein echter Knaller unter anderem mit Gary Baseman, Boris Hoppek und Ben Frost.

Ich weiß nicht genau ob es daran liegt, daß ich damals sowieso noch nicht so auf Character-Design stand, oder ob sich die Qualität tatsächlich steigert, aber ich fand die ersten beiden Pictoplasma-Ausstellungen (von denen ich allerdings auch nur die Kataloge gesehen habe) nicht so toll wie die Pictopia. An diesen »Characters in Motion«-DVDs war ich zwar damals interessiert aber auch da hat irgendwie das »DVDs liegen ja auch hauptsächlich nur doof rum«-Argument gesiegt.

Pictopia war aber genau das was man klein aber fein nennt, für 5 bzw. 3 Euro bekommt man noch bis zum.3.5.09 eine Reihe von fast ausnahmslos guter Arbeiten präsentiert, die von klassischer Malerei über Puppen/Objekt bis zu Performance/Kostüm alles abdecken. Als Highlight kommt ein eigene Austoscooter-Anlage dazu, mit zu Character gemoddeten Scootern. Yay!

Shorty: The Princess and the Pearl

jfml - Nebel

The Princess and the Pearl sind eine lokale Band hier aus BS, ich glaube, die studieren beide in der Klangklasse in der HBK. Drauf gekommen bin ich über Stefan, der denen ihr Album-Artwork gemacht hat. Ich bin total hin und weg von dieser sphärischen, märchenhaften Musik.

Dieses Nebel-Bild von mir ist eine direkte Reaktion auf das Album, auch wenn es, meiner Meinung nach, nicht mehr viel mit dem schwebenden Klang der Musik zu tun hat.